Bedeutung kurz erklärt

Dieser Bereich des Langzeitgedächtnisses betrifft eingeübtes Können. Eine Fertigkeit lässt sich ausführen, ohne dass jede Einzelbewegung bewusst beschrieben werden muss. Wissen über die Regeln einer Handlung und die Fähigkeit, sie flüssig auszuführen, können deshalb auseinanderfallen. An komplexen Tätigkeiten wirken allerdings meist mehrere Gedächtnis- und Verarbeitungsprozesse gemeinsam mit.

Beispiele aus dem Alltag

Nach viel Übung kannst du beim Stricken eine vertraute Maschenfolge ausführen, ohne jeden Fingergriff sprachlich zu planen. Sollst du den Ablauf einer anderen Person erklären, musst du die gewohnten Bewegungen möglicherweise erst bewusst zerlegen. Können und Erklären stellen unterschiedliche Anforderungen.

Abgrenzung & Hinweise

Prozedurales Gedächtnis ist nicht dasselbe wie eine bloße Wiederholung oder die Gewöhnung an ein Geräusch. Es betrifft gespeicherte Fertigkeiten. Auch automatisiertes Können ist nicht unveränderlich oder fehlerfrei. Neue Aufgaben, ungewohnte Bedingungen und fehlende Übung können die Ausführung beeinflussen. Der Begriff bezeichnet außerdem nicht einen einzelnen, isolierten Speicherort für jede Bewegung.

Häufige Fragen

Kann ich etwas können, ohne es gut erklären zu können?
Ja. Geübte Abläufe lassen sich teilweise ausführen, ohne dass das zugrunde liegende Können vollständig in Worte gefasst werden kann.
Gehört jede Erinnerung zum prozeduralen Gedächtnis?
Nein. Erinnerungen an persönliche Ereignisse oder abrufbare Fakten werden anders beschrieben. Bei einer Tätigkeit können diese Formen trotzdem zusammenarbeiten.