Bedeutung kurz erklärt

Das englische Wort frame bedeutet Rahmen. Informationen können etwa als Gewinn, Verlust, Chance oder Risiko dargestellt werden. Dieser Rahmen lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte Aspekte und kann dadurch Urteile und Entscheidungen verändern. Besonders anschaulich ist das bei positiv oder negativ formulierten Wahrscheinlichkeiten. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt von der Aufgabe und dem jeweiligen Zusammenhang ab.

Beispiele aus dem Alltag

Bei einem Verfahren wird in einem Prospekt eine Erfolgsquote von 90 Prozent genannt. Ein zweiter Prospekt spricht von einer Misserfolgsquote von 10 Prozent. Beziehen sich beide Angaben auf dieselben Fälle und denselben Zeitraum, beschreiben sie dieselbe Verteilung. Trotzdem kann die erste Formulierung beruhigender wirken.

Abgrenzung & Hinweise

Beim Ankereffekt beeinflusst ein Ausgangswert spätere Schätzungen. Beim Framing-Effekt steht dagegen im Mittelpunkt, wie ein Sachverhalt eingerahmt wird. Nicht jede unterschiedliche Bewertung ist ein Framing-Effekt: Wenn eine Darstellung zusätzliche sachliche Informationen enthält, kann ein anderes Urteil begründet sein. Hilfreich ist, dieselbe Aussage auch aus der jeweils anderen Perspektive zu formulieren.

Häufige Fragen

Ist Framing immer eine bewusste Manipulation?
Nein. Jede Darstellung setzt Schwerpunkte. Ein Rahmen kann unbeabsichtigt entstehen und trotzdem beeinflussen, was besonders auffällt.
Wie kann ich zwei Darstellungen vergleichen?
Prüfe, ob Bezugsgruppe, Zeitraum und Ergebnis tatsächlich gleich sind. Formuliere anschließend Gewinn und Verlust oder Erfolg und Misserfolg nebeneinander.