Bedeutung kurz erklärt

Durch eine vorherige Begegnung können bestimmte Informationen leichter verfügbar werden. Beim semantischen Priming stehen die Reize in einem Bedeutungszusammenhang; beim Wiederholungspriming begegnet uns derselbe oder ein ähnlicher Reiz erneut. Solche Effekte werden zum Beispiel anhand von Reaktionszeiten bei Worterkennungsaufgaben untersucht.

Beispiele aus dem Alltag

In einer Wortaufgabe liest du zuerst das Wort Brot und erkennst anschließend das verwandte Wort Butter möglicherweise schneller als nach einem unverbundenen Wort. Dieses Beispiel verdeutlicht semantisches Priming. Es bedeutet nicht, dass du danach zwangsläufig Butter kaufen oder essen möchtest.

Abgrenzung & Hinweise

Priming ist kein verlässlicher Schalter, mit dem sich fremdes Verhalten beliebig steuern lässt. Besonders weitreichende Behauptungen über unbemerkte Reize und komplexes Sozialverhalten müssen sorgfältig von einfachen Wahrnehmungs- und Gedächtniseffekten getrennt werden. Wie ein Effekt ausfällt, hängt von Aufgabe, Reizen und Versuchsbedingungen ab.

Häufige Fragen

Muss Priming unbewusst ablaufen?
Nein. Der vorausgehende Reiz kann bewusst wahrgenommen werden. Ob die Person den Einfluss bemerkt, ist eine andere Frage.
Was ist Wiederholungspriming?
Ein bereits wahrgenommener Reiz wird später erneut gezeigt. Die vorherige Begegnung kann seine Verarbeitung erleichtern.