Bedeutung kurz erklärt

Bei Entscheidungen beurteilen wir Veränderungen häufig relativ zu einem Ausgangszustand, etwa dem bisherigen Besitz oder einer erwarteten Zahlung. Etwas zu verlieren kann dabei schwerer wiegen, als denselben Betrag zusätzlich zu bekommen. Die Verhaltensökonomie nutzt den Begriff, um bestimmte Entscheidungsmuster zu erklären. Wie deutlich sie auftreten, hängt von Situation, Erwartungen und Messverfahren ab.

Beispiele aus dem Alltag

Bei einer Freizeitaktivität kannst du mit gleicher Wahrscheinlichkeit 20 Euro gewinnen oder 20 Euro verlieren. Obwohl Gewinn und Verlust betragsmäßig gleich sind, kann die mögliche Einbuße für dich stärker ins Gewicht fallen. Ob du teilnehmen möchtest, hängt allerdings auch von deinem Budget und deiner allgemeinen Einstellung zu Risiken ab.

Abgrenzung & Hinweise

Verlustaversion ist nicht dasselbe wie jede Form von Vorsicht. Ein Verlust kann wegen begrenzter Rücklagen sachlich besonders folgenreich sein. Auch versunkene Kosten beschreiben etwas anderes: Dort geht es um nicht mehr rückholbare Aufwendungen aus der Vergangenheit. Bei Verlustaversion steht die Bewertung einer Veränderung gegenüber einem Bezugspunkt im Vordergrund.

Häufige Fragen

Sind Verluste immer genau doppelt so stark wie Gewinne?
Nein. Es gibt keinen festen Faktor, der für alle Menschen und Situationen gilt. Die Stärke beobachteter Verlustaversion kann unterschiedlich ausfallen.
Ist Verlustaversion dasselbe wie Risikoaversion?
Nein. Risikoaversion betrifft die Bewertung unsicherer Ergebnisse. Verlustaversion beschreibt die unterschiedliche Gewichtung von Verlusten und Gewinnen relativ zu einem Bezugspunkt.